Ihr seid mir so fremd, ihr Glücklichen!

Fast wäre dieser Beitrag ein Brief geworden an Isabell und Georg, die beiden „Glücklichen“ in Kristine Bilkaus Roman. In den letzten Tagen durfte ich sie näher kennenlernen, aber es ist eine oberflächliche Bekanntschaft geblieben, denn die beiden sind charakterlich ein wenig blass.

Um präziser zu sein: sie sind mir fremd geblieben, ihre Überzeugungen, ihre Träume, ihre dunklen Leidenschaften, ihre Freuden. Ich durfte diese Seiten von Isabell und Georg bei der Lektüre kaum erfahren. Natürlich, es gibt uneingestandene Verlockungen. Isabell ist heimlicher Fan des Blogs einer glücklichen holländischen Familie, Georg surft gerne auf Immobilienportalen und – huch! – begehrt in einem schwachen Moment eine Neohippieselbstversorger-Frau, die ihn bei einer Recherche beeindruckte. Das war es dann aber auch, was die beiden an Untiefen zu bieten haben. Vielleicht hätte dieser Roman auch „Die Unschuldigen“ heißen können?

Womit wir beim Hauptproblem sind. Der Kokon, in den sich Isabell und Georg eingesponnen haben, ist nicht besonders geräumig. Die große, weite Welt hat hier keinen Platz – wie Claudia hier in einem Beitrag schon feststellte, gibt es nicht mal echte Freunde im Alltag des Paares. Alle Probleme, die über die Schlange beim Biobäcker und die Mieterhöhungen im Viertel (die einem natürlich erst dann auffallen, wenn sie einen selbst betreffen) hinausgehen, finden hier nicht statt. Es ist alles sehr privat in der kleinen Biedermeier-Blase von Isabell und Georg. Dass da draußen noch was anderes passiert, fällt den beiden erst auf, als sie ihre Arbeit verlieren. Sie werden zu Opfern von Prozessen, die sie nicht verstehen – und auch nicht verstehen wollen. Lieber frönen sie dem Eskapismus und der Verdrängung. Haben sie es nie gelernt, die Zusammenhänge zu hinterfragen? Oder haben sie Angst davor, sich selbst als Teil des Problems zu erkennen?

Ich tue mich schwer mit der Opferrolle, in der Isabell und Georg in dem Roman dargestellt werden. Eine Perspektive, die durchaus weit verbreitet ist in der deutschen Gesellschaft. Ein Land der Zukurzgekommenen, das vermeintlich ohne eigenes Zutun in die Bredouille gerät oder – noch schlimmer – die Gründe für alles Schlechte gerne wo anders sucht (Russland! Amerika! China! Die Ostdeutschen! Der Nachbar! Die Ausländer!). Nun gut, letzteres passiert im Roman nicht, aber der Grat ist schmal, die gutbürgerlichen Sarrazin-Leser wohnen gleich nebenan…

Gegen Ende kommt bei Isabell und Georg ein Denkprozess in Gang, der aber nur subtil angedeutet wird. Teilen, sich mit weniger zufrieden geben. Das klingt erstmal vernünftig, wird aber in diesem Roman zu einer Geste der Passivität, weil weder Isabell noch Georg ran wollen an den Speck der größeren Zusammenhänge.

Kristine Bilkau hat die subtile Schilderung als Grundton ihres Romans gewählt. Sie blickt distanziert, aber respektvoll auf ihre zwei Hauptprotagonist_innen. Das ist eine durchaus gelungene Darstellung, aber nicht die große Zeitdiagnose oder das Generationenportrait, das mancher Feuilletonartikel in „Die Glücklichen“ sehen wollte. Dazu fehlt dem Buch eine Ahnung von den komplexen Zusammenhängen unserer Gegenwart.

Wahrscheinlich wollte Kristine Bilkau es so, sie wollte ein beobachtendes, aber kein antibürgerliches Buch schreiben, mit sowas vergrätzt man heutzutage ja auch gleich die Zielgruppe. Etwas mehr Schärfe hätte aber sein dürfen, ein Ausloten der dunklen Flecken auf den Seelen von Isabell und Georg. Dann wäre mir ihr Schicksal vielleicht nahe gegangen und hätte mich dieser Roman nicht so indifferent zurückgelassen.

Soweit meine ketzerischen Thesen, hier und jetzt zur (hoffentlich lebendigen) Diskussion gestellt!

 

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31 Gedanken zu „Ihr seid mir so fremd, ihr Glücklichen!“

  1. Du sprichst von fehlender Untiefe der Hauptfiguren … ist denn die „Opferrolle“, wie du es nennst, die mangelnde Wahrnehmung der Zusammenhänge im Außen nicht genau das?
    Ansonsten ist es ja tatsächlich nicht von der Hand zu weisen, dass in unserer Gesellschaft nicht alles wunderbar funktioniert, dass es z.B. Einsparungen in manchen Berufen, gerade im künstlerischen Bereich gibt und dass es nicht jedem gegeben ist, sofort auf neue Züge aufzuspringen. Meiner Meinung nach ist, interessanterweise, dann gerade der Tod von Georgs Mutter die ausschlaggebende Wende in Richtung Neudenken…

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    1. Liebe marinabuettner,
      ich sehe das wie Tobias, ich empfinde die Figuren auch als oberflächlich, eher kalt, distanziert. Die Opferrolle, die Du ansprichst kann ich nicht nachvollziehen, vielleicht weil ich ein Mensch bin, der sich auf die Lösung und nicht auf das Problem selbst fokussiert. In meinem Leben ist nicht alles so gelaufen, wie ich es mir vielleicht vorgestellt hatte und meine Familie wird meist auch als exotisch betrachtet, weil wir nicht dem klassischen Rollenverhältnis entsprechen. Aber das ist eine Entscheidung, die man trifft, ob man tatsächlich glücklich – oder sagen wir besser zufrieden und eins mit seinem Leben sein möchte. Erwartungen von außen abzuschütteln kann schwer sein und braucht Geduld und Stärke. Anders sein als erwartet ebenso. Und genau das ist es, was meiner Meinung nach für viele Menschen schief läuft. Sie trauen sich selbst zu wenig zu! Dabei vergesse ich nicht, dass es einfacher ist, sich etwas zuzutrauen, wenn man keine Verpflichtungen bzw. Verantwortung gegenüber Kindern z. Bspl. hat. Woher kommt diese Unsicherheit in unserem Land? Das zu klären, fände ich mal sehr interessant. Und das hätte ich mir in Ansätzen von den Glücklichen gewünscht, dass das ausgelotet und nicht nur gezeigt – zugegebenermaßen sehr genau – wird.

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      1. Liebe Bri,
        der Begriff Opferrolle stammte von Tobias. Den Begriff würde ich nicht wählen für die beiden. Ich finde nicht, dass der Roman so weit gehen muss, auszuloten, warum die beiden so sind, wie sie sind. Literatur muss für mich nicht alles „wissen“. Wozu sollte ich sonst noch lesen, wenn mir alles genau aufgezeigt würde? Und um herauszufinden, woher die „Unsicherheit in unserem Land“ kommt, wie du es ausdrückst, wäre es vielleicht ratsamer ein Sachbuch zu lesen. Ich sehe bei den Protagonisten einen Entwicklungsprozess, wenn auch sehr langsam, nicht jeder denkt in Krisen zielgerichtet. Manch einer zeigt Schwäche. Und das macht die Personen gerade nicht blass, finde ich. Der ganze Roman würde ja gar nicht stattfinden, wenn die Personen sofort handlungsfähig und lösungsorientiert wären.
        Vielleicht schreibt Bilkau ja eine Fortsetzung, so dass wir sehen können, welche Wege gefunden wurden … die Frage ist, ob dass dann noch spannend wäre …

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      2. Liebe Marina,
        ja, ich habe das Wort Oprerrolle nur augeneommen, wie Du auch. Es trifft nicht ganz den Kern, das gebe ich zu. Und ich stimme Dir auch zu, was das nicht alles wissen müssen oder wollen angeht, das ist ja gerade das spannende an der Literatur, dass man sich seine eigenen Gedanken machen kann. Wenn mir alles haargenau vorgesetzt und erklärt wird, gefällt mir das auch nicht. Aber mir erscheinen die beiden trotzdem eben fremd. Aber das ist dann einfach subjektiv bedingt.
        Merkwürdigerweise ging mir gerade heute auch die Idee mit der Fortsetzung durch den Kopf, aber auch da denke ich wie du – ob das spannend wäre, steht in Frage … aber auf jeden Fall hat Kristine Bilkau eine rege Diskussion angekurbelt und das ist doch großartig oder?

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      3. Liebe Bri,
        als ich gestern den Post hier absendete, schwirrte mir der Roman und die Diskussion noch lange im Kopf. Und eben auch der Gedanke, dass es schon deshalb allein ein gutes (kein grandioses!) Buch ist, wenn sich eine solch vielfältige Diskussion darüber entspinnen kann …

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      4. Liebe Marina,
        Ja, so sehe ich es auch. Es ist tatsächlich ein gutes Buch. Vielleicht nicht für jeden das beste des Jahres, aber es hätte gefehlt, wäre es nicht erschienen. LG, Bri

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  2. Hallo Tobias,

    doch gerade diese Untiefen werden hinsichtlich des familiären Zusammenlebens wunderbar ausgelotet. Mir fallen spontan zwei Szenen ein, die sich richtiggehend eingeprägt haben. Zum einen als Georg auf seinen Sohn aufpassen soll und sich denkt, dass es doch mal wieder Zeit wäre ein Bier zu trinken und etwas zu knabbern. Da beides nicht da ist, geht er einfach zum Supermarkt an der nächsten Ecke und wird dabei natürlich ertappt.
    Den viel gewichtigeren Teil ist der Urlaub, den die beiden verbringen. Früher haben es sich die beiden im Hotel gut gehen lassen. Doch durch die Arbeitslosigkeit beider können die drei nun keine großen Sprünge mehr machen und müssen auf eine Ferienwohnung ausweichen. Georg kommt mit dieser Situation relativ gut zurecht, während Isabell sich verkriecht und nicht mehr aus dem Bett kommt. Ich finde gerade diese Passage als Wendepunkt in der Beziehung zwischen den beiden und wo sie langsam anfangen zu verstehen, dass sich etwas ändern muss.
    Du hast zwar recht, dass die dunklen Flecken der beiden nicht tiefer ausgelotet werden. Aber das ist genau das, was in meinen Augen den Roman so realistisch und groß macht. Anhand der eigenen Erfahrungen mit meiner Familie kann ich sagen, dass es im Alltag genauso abläuft und die tiefen dunklen Flecken, die einem auf der Seele lasten nicht im Detail ausgelotet werden. Da der Roman aus Sicht Georgs und Isabells geschrieben ist, fand ich das recht passend. Mir hat das blasse der Beiden somit nichts ausgemacht, da es dem entspricht was ich selber in der einen oder anderen Form ebenfalls durchlebt (in familiärer Hinsicht) oder bei anderen gesehen habe (Arbeitslosigkeit).
    In der Summe finde ich es aber gut, eine kritischere Stimme zu dem Roman zu hören, da es einem immer unheimlich vorkommt, wenn ein Roman so gelobt wird. Das du nicht alleine bist werden wir hier sicher bald lesen, nicht wahr Brigitte?

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    1. Ganz genau lieber Marc, ich wollte gerade dazu ansetzen und Tobias einen Kommentar schreiben, in dem steht: Willkommen im Club, ich bin froh, dass ich nicht alleine bin. Die Distanz, mit der die beiden geschildert werden, ist natürlich gewollt und klar muss ich mich nicht mit den Figuren eines Romans persönlich identifizieren können, um die Qualität eines Werkes zu sehen oder zu würdigen … aber für mich bleiben Isabell und Georg sehr kühl, sehr weit weg. Und ich hadere mit der Opferrolle. Handwerklich, stilistisch, sprachlich, alles wunderbar. Konzeptionell jedoch … da fehlt mir was 😉 Aber Tobias, vielleicht schreiben wir einen gemeinsamen Brief an Isabell und Georg, na wie wärs 😉

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      1. Ich bin, ich habe es ja schon einmal gesagt, gespalten in meinem Urteil und finde die Einschätzungen von Bri und Tobias gut: Da fehlt was. Sitze gerade an der Besprechung und ringe noch um Worte, um das für mich auf den Punkt zu bringen.

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    2. Mich hat ausgerechnet die Urlaubspassage ziemlich gegen Isabel eingenommen. Weil das natürlich schon ein wenig – auch wenn Claudia das nicht gut findet – Jammern auf hohem Niveau ist. Ferienwohnung statt Hotel mit Wellnessbereich? Da musste ich sehr an mich halten. Und dann drängen sich doch Vergleiche auf: Es gibt Lidl-Mitarbeiter, die zwei Jobs machen müssen, um über die Runden zu kommen. Gut, egal auf welchem Niveau einen wirtschaftliche Veränderungen treffen, sie treffen erst einmal individuell – und sind dann natürlich irgendwie zu verarbeiten und zu überwinden. Aber da ist für mich eben auch der Punkt, den Tobias anspricht: Es trifft zwei, die sich da etwas grün-biedermeierlich vor allem um sich selber drehen, die aber eben auch wenig Bewußtsein für die Vorgänge um sich herum entwickeln. Beide sind schon sehr auf sich selbst focussiert. Allerdings bleibt auch die Frage, wie der Einzelne solche Entwicklungen aufhalten sollte, wie man aus der von Tobias genannten Passivität herauskäme?

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      1. Gerade als Anschluss auf deinen letzten Punkt finde ich gerade Georgs Handlungen, einen neuen Job zu suchen, Geld zu sparen oder aus dem hippen Viertel wegzuziehen die richtige Schlussfolgerung. Isabell ist dagegen wirklich so in ihrem gutbürgerlichen verhaftet, dass man stellenweise den Kopf darüber schütteln muss.
        Das von mir gewählte Beispiel mit dem Urlaub war mehr als Veranschaulichung gedacht, um zu zeigen, wie man sich mit Kind bzw. weniger Geld ändern muss. Die Umstellung von Wellnesshotel auf Ferienwohnung ist tatsächlich ein dekadentes Beispiel, aber allgemein gesehen finde ich die Umstellungen, denen beide ausgesetzt sind, gut getroffen.

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  3. Lieber Tobias, lieber Marc,
    meine große Motivation zur zeigenössischen Literatur ist meine Suche, darüber etwas in Romanen zu lesen, was die Umwelt – die ist meines Erachtens vor allem durch die wirtschaftlichen Bedingungen geprägt – mit den Menschen macht. Ich beobachte so einige Veränderungen bei meinen Freunden, in meiner Familie, die sich nicht nur durch stetige Alterungsprozesse erklären lassen ;), sondern auch durch die Anforderungen der Arbeitswelt ausgeprägt werden. Und ich kann das bei mir selbst natürlich auch beobachten, auch ich setzte für andere sicherlich manchmal merkwürdige Prioritäten. Ich kann diese Entwicklungen auch beobachten bei den Paaren und in den Familien. Merkwürdigkeiten im Umgang miteinander, Ruppigkeiten, Sprachlosigkeit, das Verweigern von Diskussionen – das alles wird sicherlich auch geprägt von Alltag „langer Beziehungen“. Mich treibt trotzdem um herauszufinden, was auch die Arbeitswelt damit zu tun hat.
    Und den Aspekt finde ich in die „Glücklichen“ gut dargestellt. Es sind nur Beobachtungen in der Zeit, in der wir Isabell und Georg begleiten, jeweils zur Hoch-Zeit ihrer persönlichen „Schlappen“. Es wird wenig aus ihrer Vergangenheit erzählt, um zu wissen, warum sie sind, wie sie jetzt sind. Das ist auch gar nicht der Punkt. Der Punkt für mich ist, zu schauen, wie es einem Paar, einer noch jungen Familie, ergeht, wenn es eben nicht so läuft, wenn von außen massive Beeinträchtigungen kommen.
    Und junge Paare stecken doch wahrscheinlich genau in der Zwickmühle, in der auch Isabell und Georg gerade sind: auch mit Kind wollen oder müssen beide Berufstätig sein, ihr sehr genau getaktetes Familienleben möchte man sich gar nicht vorstellen. Schon der erste Punkt, der zur Sprachlosigkeit führt. Und wie in einer Kristallkugel beobachten wir sie in dieser Zeit ihres „Gewöhnungsprozesses“.
    Da ist Isabells Lampenfieber, das sie sich ja gar nicht eingestehen will. Vielleicht könnten wir sie von außen manchmal schütteln und ihr zufrufen: Mensch, wach doch auf. Aber sie braucht ihre Zeit, um sich ihr VERSAGEN einzugestehen. Und hat ja in der Vergangenheit auch schon vieles aufgegeben, weil sie im Musical spielt, versteckt und unsichtbar, nicht auf der Bühne, dafür aber mit festem Einkommen und Mutterschutz, zumindest einem befristeten Vertrag. Und ist die Szene im Orchestergraben nicht toll beschrieben, als der so unmöglich sich benehmende Alexander(?) als erster einen neuen Vertrag bekommt, während die anderen freigestellt werden? Welche Mobbing-Beerkungen gemacht werden, wie sie alle wegschauen, wenn einer in bedrängnis kommt, wie keiner etwas gesehen haben will, wie sie sich nicht solidarisieren, weil sie alle Angst haben, weil sie alle eine unsichere Zukunft haben, weil sie alle nicht negtiv auffallen wollen, denn es geht ja um den Folgevertrag.
    Und dann kommt Georgs Arbeitslosigkeit, die ihn verstummen lässt. Wenn er von einem Vorstellungsgespräch nach Hause kommt – das Gespräch mit der Immobilienmaklerin ist mir so präsent – und zu Isabell sagt „Ich weiß gar nicht, wo mein Platz ist“, weil er nur Jobangebote bekommt, die sicherlich mit seinem grundsätzlichen Berufsethos nicht zusammen passen, und er in Isabells Gesichtsausdruck hineinliest, was sie denkt, was sie von ihm hält, wie er in ihren Augen wohl dasteht, dann finde ich das sehr nachvollziehbar dargestellt.
    Es geht doch genau darum, wie eine Generation mit finanziellem und sozialen Abstieg, mit Prekarisierung, zurecht kommt, eine Generation, deren Eltern noch Kredite aufgenommen haben, um ihren Kindern die beste Ausbildung und die Eintrittskarte in ein „besseres“ Leben zu ermöglichen.
    Und so fehlt mir hier auch nicht der große gesellschaftskritische Überbau, den ich aus Tobias´ Kritik herauslese. Der Roman zeigt die beiden Betroffenen genau in ihrer Betroffenheit, in ihrer Unsicherheit – das wäre auch ein passender itel: „Die Unsicheren“ – wie es weiter gehen könnte. Die beiden haben noch nicht die Distanz zu ihrer Situation, als dass sie die Zusammenhänge erkennen können oder wollen, sie sind mitten drin im Verarbeitungs- oder Trauerprozess.
    Zum Schluss, ich habe das, glaube ich, schon einmal geschrieben, scheint Isabell wieder aufzutauchen aus ihrer Depression/depressiven Verstimmung. Sie wird aktiv, sie stellt beim Verkauf von Erikas Sammlung etwas auf die Füße, erinnert sich an alte Stärken. Da könnte eine Veränderung stattfinden, auch wenn die nur ganz oberflächlich anklingt. Aus der Krisenintervention weiß ich, wie wichtig es ist, traumatisierten Menschen zu zeigen, dass sie handlungs- und entscheidungsfähig sind, dass sie sich etwas zutrauen können.
    Ich habe in „Die Glücklichen“ schon Aspekt der Wirkungen der Anforderungen der Arbeiswelt gefunden. Aus dem Grund ist es für mich schon ein guter, ein zeitdiagnostischer Roman. Das Thema kann sicherlich noch wesentlich literarischer getaltet werden und auch mit Blick auf den gesellschaftlichen Kontext, so wie Tobias sich das wünscht. (Ich komme jetzt nicht wieder mit Doris Knechts „Wald“, in der das schon genauer thematisiert wird, in der aber auch Bzeiheungen eine große Rolle spielen…).
    Vielleicht sind „Die Glücklichen“ auch eher in das Genre der Popliteratur einzuordnen. Darüber habe ich gerade im Zusammenhang mit „Greenwash, Inc“ gelesen (https://de.wikipedia.org/wiki/Popliteratur).
    Viele Grüße, Claudia

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    1. Liebe Claudia,
      ich gebe Dir bei vielem Recht, was Du schreibst. Unsere Gesellschaft ist eine Arbeitsgesellschaft – die Anerkennung, die wir als Menschen alles in einem gewissen Maß brauchen, erfahren wir heute vor allem aus unserem beruflichen Tun. Häufig ist die Frage nach dem Beruf die erste, die gestellt wird, wenn sich Leute kennenlernen. Und da gibt es eine genaue Hierarchie. Woher kommt das? Daher, dass sich die Eltern – wie Du ja auch schreibst – krumm gelegt und geschuftet haben, damit die Kinder es „besser“ haben. Die Elterngeneration aber ist aufgewachsen in einem Land, das in Schutt und Asche lag, das wieder aufgebaut wurde, dessen Heil darin lag, Unangenehmes zu verdrängen, nicht darüber zu sprechen – Augen zu und durch. Und dieses Verhalten erkenne ich an Isabell. Ein wenig wie ein kleines Mädchen, das Angst hat, dass seine Ängste real werden, wenn es sie ausspricht und nicht merkt, dass sie schon real werden (können) wenn sie sie nur denkt. Eine ziemlich verzwickte Situation.
      Dabei denke ich mir, warum kann sie nicht mit Georg darüber reden? Die beiden sind doch ein Paar, sie lieben sich oder? Oder heiratet man heute anders? Wägt man auch hier mit Sicherheit ab? Sehr komplex das Ganze. Und deshalb denke ich, dass man Die Glücklichen nicht ins Genre Popliteratur einordnen kann. Das wäre zu wenig. Der Roman ist ein guter, keine Frage, aber für mich ist er nicht der beste des Jahres 😉
      LG, Bri

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  4. Sie sind mir gar nicht fremd „die Glücklichen“. Ich finde, fast erschreckend, viel aus meinem persönlichen Lebensumfeld wieder in diesem Roman. Mir sind Isabell und Georg nicht immer sympathisch, aber verständlich sind mir ihre Reaktionen auf ihr persönliches „Unglück“ schon. Ihr Blick auf die Außenwelt scheint tatsächlich begrenzt zu sein, vor allem bei Isabell kreisen die Gedanken schon sehr nur um ihre Situation. Aber auch das kann ich nachvollziehen. In einer persönlichen Krise ist sich jeder erst mal selbst am nächsten. Georg erscheint da reflektierter. Er sieht zum Beispiel die Verdrängung des alteingesessenen Bäckers zu Gunsten der „Brötchenmanufaktur“ und er weiß zumindest, was er beruflich nicht machen möchte. Er verzichtet auf das lukrative Angebot, an einer Hochglanzimmoblienzeitung mit zu arbeiten. Ich finde die Beschreibung ihrer Lebenskrise und die beginnende Bewältigung sehr differenziert und überzeugend dargestellt. Natürlich kann man auch die „Schuldfrage“ stellen, die allerdings im Roman gar nicht angesprochen wird. Ich denke, dass Isabell und Georg vor allem an sich selbst und ihren Fähigkeiten zweifeln. Sie nehmen es sich übel, es nicht geschafft zu haben, weiterhin dazu zu gehören, zu den ach so glücklichen Familien, um sie herum, die wahrscheinlich wiederum aber auch nur eine glückliche Fassade aufbauen. Wer ist nun schuld an ihrer Situation? Isabell und Georg selbst, weil sie dachten, dass „Glück“ von Dauer ist, wenn sie sich nur genügend anstrengen? Oder ist die Leistungsgesellschaft schuld, welche von jedem Menschen erwartet, dass er so flexibel wie möglich auf Änderungen aller Art reagieren kann? Ich weiß nicht, ob „Die Glücklichen“ wirklich ein Roman ist, der das Leben einer ganzen Generation beschreibt, zu unterschiedlich sind mir die Lebensläufe von Gleichaltrigen. Nicht jeder lebt in einem gentrifizierten Großstadtviertel, aber die Auswirkungen unserer neoliberalen Leistungsgesellschaft spürt wohl fast jeder an seinem Arbeitsplatz oder beim Verlust desselben. Diese Wirklichkeit ist für mich sehr überzeugend dargestellt. Der Umgang damit ist sicher individuell sehr unterschiedlich, Isabells und Georgs Beispiel nur eine von vielen Selbststrategien, die für mich allerdings glaubwürdig ist. Warum beide nicht so resistent auf Veränderungen reagieren, kann der Leser nur ahnen, aber es gibt Andeutungen, die in die Kindheit zurückreichen und die mir vor allem Isabells Mühe, sich auf Neues einzustellen, verständlich machen. „Die Glücklichen“ hat mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt und auch die Diskussion hier zeigt, dass die Autorin scheinbar einen „Zeitnerv“ getroffen hat. Viele Grüße von Claudia

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    1. Ich habe gestern noch einmal durch den Roman geblättert und mir ist aufgefallen, dass oft die Rede vom „Versagen“ ist. Das passt gut zu Deinem Gedanken, dass die beiden von der gesellschaftlichen Anforderungen – vielleicht zunächst einmal – überrollt werden.
      Viele Grüße, Claudia

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      1. Ich sehe diese Anforderungen, nicht als gesellschaftliche, sondern als persönliche. Sie haben sich ein Weltbild, eine Vorstellung davon aufgebaut, wie ein glückliches Leben sein muss … nur, dass das Leben eben selbst seine eigenen Wege geht. Sich davon zu lösen ist eine für mich wirklich wichtige und spannende Aufgabe …

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  5. Finde die lebendige Diskussion hier sehr schön und sehr bereichernd. Zwei Punkte, die angesprochen wurden, möchte ich nochmal aufgreifen:

    „Ich weiß gar nicht, wo mein Platz ist“ – das denkt Georg, wie Claudia herausgefiltert hat, nach seinen Bewerbungsgesprächen. Er ist ja das Kind einer Nichtakademiker-Familie, also ein sozialer Aufsteiger. Was im Roman so wenig rauskommt: warum ist er Journalist geworden? Welchen Zielen oder Idealen fühlt er sich verpflichtet? Das bleibt mir zu ungenau.

    Die „Untiefen“: bei der Szene mit dem Supermarkt, während das Kind zu Hause alleine bleibt, spielt Kristine Bilkau eher mit der moralischen Einschätzung solchen Handelns. Wir wissen wie Georg: es kann eigentlich nichts passieren. Aber dennoch finden wir sein Verhalten unverantwortlich. Dunkle Seiten einer Persönlichkeit darzustellen sieht für mich anders aus.

    Außerdem empfehle ich noch als wie die Faust aufs Auge passende „weiterführende Lektüre“ ein Interview mit der Soziologin Cornelia Koppetsch aus dem SZ-Magazin von letzter Woche. Sie analysiert m. M. nach sehr gut die Abstiegsangst der Mittelschicht im größeren Zusammenhang. Steht auch hier online: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/43404/Freiheit-ist-kapitalistischer-Mainstream

    Viele Grüße, Tobias

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    1. Da sprichst Du einen Punkt an, der mir beim Lesen auch durch den Kopf spukte – es wird weder vertieft, warum Georg Journalist wurde und auch nicht, welche Erwartungen, Hoffnungen er bei der Berufswahl hatte …da hätte Bilkau Parallelen ziehen können von Georg zu Isabel – die einen sind zufrieden mit Lokalredation bzw. Musicalorchester, die anderen haben andere Träume…während dies bei Isabel schon deutlich wird, insbesondere bei ihrem Treffen mit einer Freundin, bleibt Georg da so schemenhaft…

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      1. Genau. Georgs Eltern haben einen Kredit für ihn angelegt, kräftig gespart für seine akademische Laufbahn. Warum wurde er nicht Ingenieur oder Lehrer, sondern gerade Journalist? Da hätte ich mir mehr Hintergrund gewünscht. Ich laufe langsam Gefahr, diesen Aspekt zu zerpflücken, aber ich halte ihn für symptomatisch hinsichtlich der Leblosigkeit der Figuren, die mich so sehr gestört hat.

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      2. Ich gehe an dieser Stelle mal auf die vorhergehenden Kommentare ein und versuche, meine Sichtweise dagegen zu halten.
        Die Untiefen habe ich in diesem Roman nicht erwartet. Man taucht in die Gegenwart von Isabell und Georg ein. Welche Rucksäcke da ihre Vergangenheit bereit hält, war für mich, bei allen Andeutungen, uninteressant. Es mag für viele sicher das ausmachen, was die meisten als blass an den Figuren empfanden, aber ich konnte das nachfühlen. Besonders in Hinsicht bei einem Leben mit Kind, was für mich der eigentliche Grund war, das Buch zu lesen, kommt es zuvorderst darauf an, sein eigenes Leben wieder zu ordnen. Da sind zwar Freunde hilfreich, aber man kreist in erster Linie um sich selbst. Aus eigener Erfahrung mit dem ersten Kind ein absolut normaler Vorgang, wie ich finde. Wenn man noch die Differenzen zwischen Isabell und Georg hinzunimmt, verstärkt das diesen Effekt sogar.
        Bei den Diskussionen hier sehe ich schon, dass die Blickwinkel voneinander abweichen. Die meisten betrachten eher die ökonomische und die allgemeine, soziale Komponente, während bei mir der familiäre Hintergrund an erster Stelle stand. Bisher wirklich sehr interessante Einblicke in eure Eindrücke.
        Grüße und allen Mutdiskutanten ein schönes Wochenende.
        Marc

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      3. Lieber Tobias, liebe Birgit,
        Kinder müssen sich von den Eltern abgrenzen. Journalismus war immer ein Betätigungsfeld, das eine hohe Reputation hatte – ein Journalist durchblickt Zusammenhänge, er kann sich ausdrücken, er erklärt die Welt. Eine ganz logische Wahl für mich, die Georg trifft. Auch mit der Absicherung der Ausbildung.Warum hätte er Ingenieur oder Lehrer werden sollen? Das sind beides ehrenwerte Berufe, aber in den Möglichkeiten nicht so weit gefächert, wie die eines Journalisten,der sich jeden Bereich, den er interessant findet aneigenen kann – und jetzt kommt es: ohne so sehr in Tiefe gehen zu müssen, wie ein Spezialist auf dem Gebiet des Maschinenbaus zum Beispiel!

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      4. Liebe Bri,
        aus meiner Erfahrungswelt muss ich da widersprechen: Journalisten haben – das zeigen auch die beliebten Umfragen zum Anerkennungsstand von berufen in der Bevölkerung – keine hohe Reputation. Es heißt nicht umsonst: „Der lügt wie gedruckt“. Auch meine Eltern hätten lieber gehabt, ich wäre Buchhändlerin oder Sozialpädagogin geworden. Und in meinem Berufsalltag: Ich erfahre immer wieder, dass Journalisten zwar für einige (Politiker/Wirtschaftsleute) nützlich sind – aber nicht sympathisch. Was Du schreibst, ist leider ein ziemlich verklärter Blick auf diesen Beruf – ich hoffe, das kommt jetzt nicht zu hart. Aber das alles wird ja im Buch auch gar nicht angesprochen: Welche Motive Gregor für diese Berufswahl hatte, was ihn dazu bewogen hat – das bleibt im Dunkeln. Er könnte eben genauso gut Lehrer sein oder Werbetexter oder Graphiker…

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      5. Sehr gut Birgit, da sind wir ja mittendrin 😉 Ich glaube, das Bild des Journalisten hat sich gewandelt. Mir ist klar, dass ich das sehr allgemeingültig formuliert hatte, aber wenn wir uns mal in die Zeit von vor ca. 20 Jahren begeben, da hatten „ernsthafte“ Journalisten, also investigativ handelnde (wie die Unbestechlichen Hoffmann und Redrofd) einen sehr guten ruf. Sie gruben die Wahrheit aus. Dass das heute nicht mehr so ist, ist leider bitter. Nein, das kommt nicht zu hart – meine These war durchaus etwas ketzerisch gemeint und hat ja eine Reaktion hervorgerufen 😉 ich denke aber, dass der Beruf des Journalisten schon so etwas wie Freiheit vermitteln kann und gerade durch die Abgrenzung setzt man ja seine eigenen Grenzen. Sicher, es wird im roman nicht angesprochen und ist reine Spekulation, aber ich mache mir bei der Lektüre manchmal so meine Gedanken. Meiner Meinung nach passt die Berufswahl, weil sie eben eine der eher „brotlosen Kunst“ ist, wie meine Eltern sagen würden. Nichts Reeles, wie auch mein Literaturstudium im übrigen. Bei Lehrer widerspreche ich dir, der Lehrerberuf ist doch eher einer, der eine gewisse Sicherheit auch heute noch bietet, deshalb denke ich, hätte die Figur Gregor diesen nicht gewählt.

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      6. Liebe Bri,
        ja da hast Du schon recht. Mich hat vielleicht der Begriff „Ansehen“ etwas in die Irre geleitet. Ich dachte an das öffentliche Ansehen, aber das ist ja nicht gleichzusetzen mit der inneren Motivation, so einen Beruf anzustreben – als ich bereits einige Jahre Berufserfahrung hatte, habe ich erst zu studieren begonnen und war also etwas älter als meine Kommilitonen. Und da habe ich aus meiner „Altersweisheit“ heraus gestaunt, mit welcher Naivität manche von einer Karriere beim Spiegel oder ähnlichem träumten, sich als künftige Nachfolger der „Unbestechlichen“ sahen. Weil der Alltag für die große Masse ja doch ein anderer ist.
        Ich habe ir nochmals überlegt, warum Bilkau dieses Berufsbild wählte: Weil es eben zu den kreativen und auch „freien“ Berufen gehört und weil natürlich das Berufsbild durch die enormen Umwälzungen in der Branche bedroht ist – das erscheint mir aus Sicht der Autorin logisch, „erklärt“ Georg aber immer noch nicht richtig. Die bleiben uns halt fremd, die Beiden 🙂

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      7. Liebe Bri,
        da gebe ich Dir absolut recht, nur hätte ich das gerne in dem Roman vorgefunden. Es wird angedeutet, sicher, aber der Interpretationsspielraum ist hier riesig und das lässt die Figuren so ungenau, wie hinter einer Milchglasscheibe, erscheinen.
        Liebe Grüße, Tobias

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      8. Lieber Tobias,
        Dein Bild der Figuren hinter einer Milchglasscheibe ist absolut treffend. Gefällt mir sehr gut! Ich stimme Dir voll zu, dass mir das auch fehlt. Ich empfinde es nicht mal als angedeutet … aber vielleicht wollte Kristine Bilkau auch, dass wir uns unsere eigenen Gedanken dazu machen … was ihr ja, wie wir hier beweisen, trefflich gelungen ist.
        LG, Bri

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  6. PS: Bei Marcs letztem Kommentar ist am Schluß ein schöner Freud`scher: Liebe MUTdiskutanten! Ich vermute, Du wolltest MItdiskutanten schreiben. Aber ich finde den Tippfehler toll: Ich fand es schön, dass wir hier den Mut zur Diskussion miteinander hatten, trotz auch gegensätzlicher Positionen – gerade das macht das spannend!

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    1. Der ist mir noch gar nicht aufgefallen 🙂 das kommt davon, wenn man alles ins Handy tippt, aber irgendwie passt es auch. Die Diskussion hat mir sehr viel Spaß gemacht und andere Perspektiven aufgezeigt, die nicht den Meinigen entsprechen und damit den Horizont, dieses Buch betreffend, nochmal erweitert hat. Vielen Dank dafür.
      Leider hat es dieses Buch nicht auf die Longlist geschafft, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Vielleicht ist die Jury zum selben Schluss gekommen wie Birgit, Brigitte und Tobias und die anderen Bücher für besser befunden.

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